„Wer nach Shenzhen kommt, gehört dazu“ – Liaison Officer Jianyu Jiao über neue Möglichkeiten durch das zweite TUM-Verbindungsbüro in China

Willkommen an der TUM, Jianyu! Was hat Sie besonders daran gereizt, die Rolle des TUM Shenzhen Liaison Officer zu übernehmen?
An der Rolle des TUM Shenzhen Liaison Officer reizt mich besonders, dass ich die Zusammenarbeit zwischen der TUM und ihren Partnerinstitutionen in China aktiv mitgestalten und den akademischen wie auch kulturellen Austausch vor Ort fördern kann. Schon während meines Studiums hatte ich die Möglichkeit, an mehreren internationalen Kooperationsprojekten mitzuwirken. Der Zugang zu unterschiedlichen Bildungsressourcen und die dabei gesammelten Erfahrungen haben mein Interesse an internationaler Zusammenarbeit nachhaltig geprägt.
Als Project Liaison Officer sehe ich die Möglichkeit, als Brücke zwischen der TUM und unseren chinesischen Partnern, wie unserem Flaggschiff-Partner Tsinghua University, die Kooperationen weiter auszubauen und gemeinsame Projekte umzusetzen, um so eine direkte Verbindung zwischen den Institutionen herzustellen. Diese Perspektive motiviert und inspiriert mich sehr, da sie meine bisherigen Erfahrungen ideal mit den Zielen der Rolle verbindet.
Welche Chancen sehen Sie für die TUM durch den neuen Standort in Shenzhen?
Ein in Shenzhen oft zitierter Satz lautet: „来了就是深圳人“ – „Wer nach Shenzhen kommt, gehört dazu“. Er steht sinnbildlich für die Offenheit, Dynamik und Integrationskraft der Stadt. Shenzhen gehört zu den wichtigsten Sonderwirtschaftszonen Chinas, ist ein nationales Innovationszentrum, ein internationaler Verkehrsknotenpunkt und ein bedeutender Standort für Hightech-Industrien sowie moderne Fertigung. Die Stadt bietet eine Plattform, auf der Ideen verwirklicht und Zukunft gestaltet werden kann – genau dieses Umfeld eröffnet auch der TUM neue Chancen für ihre langfristige und nachhaltige Entwicklung in China.
Mit der Präsenz in Shenzhen wird eine nachhaltige Struktur geschaffen, die den Austausch von Wissen, Ressourcen und Expertise zwischen China, München und Singapur stärkt. Gleichzeitig verbessert sie den Zugang zu internationalen Bildungs- und Forschungsressourcen, eröffnet zusätzliche Praktikums-, Kooperations- und Karrieremöglichkeiten in einer der innovativsten Regionen Chinas und fördert die Vernetzung mit Industrie, Start-ups und Forschungseinrichtungen in China und der Asien-Pazifik-Region. Der Standort erleichtert zudem die Koordination von Projekten, stärkt institutionelle Beziehungen und steigert die Effizienz der Zusammenarbeit vor Ort.
Insgesamt unterstreicht der neue Standort die Rolle der TUM als global vernetzte Universität und unterstützt Studierende, Forschende und Partner dabei, gemeinsam die nächste Generation internationaler Talente auszubilden.
Wo sehen Sie Ihre wichtigste Aufgabe im Zusammenspiel von TUM, TUM Asia und den Partnern in China?
Meine Aufgabe ist es, die Verbindung zwischen München, Singapur und China aktiv zu gestalten – durch Austausch, gemeinsame Projekte und vertrauensvolle Beziehungen. Ich arbeite eng mit Hochschulen, Industrie, öffentlichen Institutionen und weiteren Partnern zusammen und begleite den Aufbau sowie die Pflege langfristiger, grenzüberschreitender Kooperationen. So bringe ich Menschen, Ideen und Ressourcen zusammen und stärke gegenseitiges Vertrauen.
Auf diese Weise baut die TUM ihre internationale Präsenz in China weiter aus und fördert den nachhaltigen Austausch von Wissen und Erfahrungen zwischen Europa und der Asien-Pazifik-Region. Gleichzeitig werden langfristige Kooperationen ermöglicht, von denen Studierende, Forschende und Partner gleichermaßen profitieren.
Was motiviert Sie in Ihrer täglichen Arbeit am meisten?
Am meisten motiviert mich, Menschen und Institutionen aus verschiedenen Ländern miteinander zu vernetzen und dabei greifbare Ergebnisse zu sehen – sei es eine erfolgreiche Kooperation zwischen Universitäten, ein gemeinsam entwickeltes Projekt oder ein Austausch, der Studierenden neue Perspektiven eröffnet.
Obwohl ich noch am Anfang meiner Tätigkeit stehe, freue ich mich darauf, diesen Prozess aktiv als Teil eines engagierten Teams mitzugestalten. Ich bin gespannt darauf, gemeinsam mit Kolleginnen und Kollegen in München und Singapur Herausforderungen zu meistern, Ideen auszutauschen und Projekte erfolgreich umzusetzen – immer mit Blick auf ein gemeinsames Ziel. Besonders erfüllend wird es für mich sein, zu sehen, wie diese Vernetzung langfristig Früchte trägt.
Und zum Abschluss: Wie verbringen Sie Ihre Freizeit in Shenzhen?
Ich bin Anfang Dezember 2025 zum ersten Mal nach Shenzhen gekommen – damit bin ich hier genauso neu wie unser TUM Shenzhen Office. Shenzhen ist eine moderne, weltoffene und dynamische Stadt, in der man Innovation im Alltag deutlich spürt. In meiner Freizeit erkunde ich die Stadt Schritt für Schritt, lerne unterschiedliche Stadtteile kennen, probiere lokale Restaurants aus und staune immer wieder, wie grün und vielseitig Shenzhen ist.
Nachdem ich viele Jahre in Deutschland gelebt habe, finde ich die Unterschiede im Alltag besonders spannend. Ich genieße es, das Stadtleben zu beobachten, spazieren zu gehen oder in Cafés zu sitzen – ähnlich wie früher in Deutschland, nur in einem ganz anderen Tempo. Auch wenn die Umstellung manchmal herausfordernd ist, empfinde ich sie insgesamt als sehr bereichernd.
