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TUM ohne Grenzen: TUM-Studierende gestalten globale Nachhaltigkeit

TUM Global, Aktuelles | 24.04.2026

Ob in Afrika, Asien oder Amerika – zahlreiche TUM ohne Grenzen-Projekte zeigen, wie vielfältig Entwicklungszusammenarbeit sein kann. Das Spektrum reicht dabei von der Elektrifizierung ländlicher Regionen über nachhaltiges Wassermanagement bis zur Transformation von Energiesystemen hin zu erneuerbaren Quellen. Im Mittelpunkt steht dabei nicht nur die technische Lösung, sondern vor allem die Zusammenarbeit und die Frage, wie nachhaltige Ansätze langfristig wirken können. Drei TUM-Studierende geben uns Einblick in ihre Projekte in Kenia, Uganda und Trinidad und Tobago.

Was bedeutet es, Nachhaltigkeit nicht nur theoretisch zu behandeln, sondern konkret umzusetzen? Für Studierende der TUM wird diese Frage im Rahmen internationaler Projekte zur Realität – ermöglicht durch das Stipendienprogramm TUM ohne Grenzen. Sie arbeiten in unterschiedlichen Regionen der Welt mit lokalen Partnern zusammen und setzen sich mit realen Herausforderungen auseinander. Lösungen entstehen nicht abstrakt, sondern direkt vor Ort im jeweiligen Kontext und im engen Austausch mit den Menschen, die dort leben und arbeiten.

Kenia – Elektrifizierung von Mobilität und Landwirtschaft

Markus Pointner und Kommilitonen untersuchten in Kenia im engen Austausch mit lokalen Partnern, wie elektrische Traktoren zur Elektrifizierung ländlicher Regionen beitragen können. Bild: Markus Pointner / TUM

Markus Pointner studiert Entwicklung, Produktion und Management im Maschinenbau an der TUM School of Engineering and Design. Er reiste für sein Projekt nach Kenia, einem Land, das als Vorreiter der Elektromobilität in Afrika gilt. Dort wollte er nicht nur forschen, sondern seine Arbeit im direkten Austausch mit lokalen Partnern weiterentwickeln.

Im Fokus stand die Frage, wie elektrische Traktoren zur Elektrifizierung ländlicher Regionen beitragen können. Seine Untersuchungen zeigen, dass elektrische Fahrzeuge als zusätzliche Last im Stromsystem den Ausbau der Infrastruktur unterstützen können. Gleichzeitig entwickelte er ein Konzept für einen elektrischen Traktor und diskutierte es mit Akteuren aus Wissenschaft und Praxis.

„Elektromobilität kann mehr als nur Fahrzeuge antreiben. Sie kann die Entwicklung ganzer Regionen voranbringen.“  – Markus Pointner, TUM School of Engineering  and Design

Vor Ort stieß das Projekt auf großes Interesse, erste Ideen zur Weiterentwicklung entstanden bereits. Besonders prägend war für Markus jedoch der Perspektivwechsel: die Zusammenarbeit in einem neuen Umfeld und das Erleben, wie theoretische Ansätze in der Praxis greifbar werden.

Uganda – Regenwassermanagement in Hanglagen

Farmmanager Robert und Luisa entfernen die Grasschicht, um besser graben zu können. Bild: Anton Rebscher / TUM

Luisa Braunschweig und Anton Rebscher studieren beide Landschaftsarchitektur und Landschaftsplanung an der TUM School of Life Sciences. Sie reisten gemeinsam – unterstützt durch das TUM ohne Grenzen-Stipendium und in enger Zusammenarbeit mit der Organisation Schenke eine Ziege e.V.  – nach Uganda. 

Dort entwickelten sie ein Regenwassermanagementsystem für ein Gelände am Hang, auf dem Häuser und eine Schule bei Starkregen gefährdet waren.

Ziel war es, Sicherheit, Alltagstauglichkeit und lokale Ressourcen sinnvoll zu verbinden. Bestehende Strukturen wurden stabilisiert, neue Terrassen angelegt, Pflanzen integriert und ein System entwickelt, das Wasser zurückhält, Erosion reduziert und nutzbare Flächen schafft.

„Ich wollte dort ansetzen, wo ich etwas beitragen kann: mit der Natur arbeiten und nicht gegen sie.“  – Luisa Braunschweig, TUM School of Life Sciences

Die Zusammenarbeit mit der Schule, der Farm und weiteren Abteilungen der Organisation vor Ort war eng. Trotz kultureller Unterschiede und eines sehr begrenzten Budgets entstanden sichtbare Verbesserungen. Die Menschen vor Ort arbeiteten aktiv mit und freuten sich über neue Flächen, auf denen künftig Kaffee angebaut und die lokale Wirtschaft gestärkt werden soll.

Für Luisa war das Projekt besonders prägend: Sie lernte, fachliche Entscheidungen zu vertreten, zwischen guter Beratung und bloßem Mitreden zu unterscheiden und ihre Belastbarkeit zu erweitern. Anton beschreibt die Zeit als intensive persönliche Entwicklung und als Erfahrung, die gezeigt hat, wie wertvoll Offenheit für andere Perspektiven ist.

Trinidad und Tobago – Transformation der Ammoniak-Produktion

Gemeinsam mit Forschenden der University of the West Indies arbeitet Sebastian daran, die Ammoniak-Produktion durch grünen Wasserstoff klimafreundlicher zu gestalten. Bild: Sebastian Hanss-Mirodone / TUM

Sebastian Hanss-Mirodone studiert Sustainable Management and Technology an der TUM School of Management in Straubing. Derzeit arbeitet er in Trinidad und Tobago an der Frage, wie nachhaltige Transformation auch außerhalb europäischer Rahmenbedingungen gelingen kann. Das Land zählt zu den weltweit größten Ammoniak-Exporteuren und steht vor der Herausforderung, eine stark fossil geprägte Industrie klimafreundlicher zu machen.

Im Fokus seiner Arbeit steht die Ammoniak-Produktion, die bislang nahezu vollständig auf fossilem Wasserstoff basiert. Im H2T-Transform-Projekt untersucht er, wie sich dieser durch grünen Wasserstoff ersetzen lässt. Dafür entwickelt er Modelle, die wirtschaftliche und technische Aspekte zusammenbringen und als Grundlage für Entscheidungen in Industrie und Politik dienen.

Dabei arbeitet Sebastian eng mit Forschenden der University of the West Indies sowie mit Industriepartnern zusammen. Das Projekt stößt auf großes Interesse und wird von Regierung und Industrie unterstützt. Ziel ist es, konkrete Anwendungen zu entwickeln und erste Demonstrationsprojekte umzusetzen.

Besonders prägend ist für ihn die Erkenntnis, dass nachhaltige Lösungen nicht einfach übertragbar sind. Sie entstehen nur durch ein tiefes Verständnis lokaler Bedingungen und enge Zusammenarbeit.

„Wir müssen unseren europäischen Blickwinkel verlassen.“  – Sebastian Hanss-Mirodone, TUM School of Management

Lernen im Rahmen von TUM ohne Grenzen

So unterschiedlich die Projekte auch sind, sie verbindet eine zentrale Erkenntnis: Nachhaltige Entwicklung entsteht im Austausch. Sie lebt davon, Wissen zu teilen, voneinander zu lernen und Lösungen gemeinsam mit den Menschen vor Ort zu entwickeln – genau das, was das Stipendienprogramm TUM ohne Grenzen ermöglicht.

Für die Studierenden bleiben aus ihren Einsätzen nicht nur fachliche Ergebnisse, sondern vor allem prägende Erfahrungen. Sie lernen, mit neuen Situationen umzugehen, Perspektiven zu hinterfragen und Verantwortung im globalen Kontext zu übernehmen. Internationale Zusammenarbeit ist damit mehr als ein Projekt: Sie schafft Verbindungen, eröffnet neue Blickwinkel und trägt dazu bei, nachhaltige Lösungen dort zu entwickeln, wo sie gebraucht werden.

Besuchen Sie uns beim Sustainability Day!

📍 TUM Global & Alumni Office-Stand, Magistrale | M34 - 37

Sie möchten mehr über TUM ohne Grenzen erfahren? Dann besuchen Sie uns beim Sustainability Day am 29. April in Garching! Wir freuen uns auf den Austausch mit Ihnen.

Eindrücke aus Kenia, Uganda und Trinidad und Tobago

Bild: Markus Pointner / TUM

Bild: Markus Pointner / TUM

Bild: Markus Pointner / TUM

Bild: Luisa Braunschweig / TUM

Bild: Luisa Braunschweig / TUM

Bild: Luisa Braunschweig / TUM

Bild: Luisa Braunschweig / TUM

Bild: Luisa Braunschweig / TUM

Bild: Luisa Braunschweig / TUM

Bild: Anton Rebscher / TUM

Bild: Sebastian Hanss-Mirodone / TUM

Bild: Sebastian Hanss-Mirodone / TUM

Bild: Sebastian Hanss-Mirodone / TUM

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