"Gesellschaftlich relevante Lösungen nachhaltig erarbeiten": Austausch zu aktuellen Entwicklungen im Globalen Süden

Die Veranstaltung hatte zum Ziel, unterschiedliche Perspektiven zu vereinen, Einblicke in die Forschungsarbeit des SEED-Netzwerks zu geben und den internationalen Dialog an der TUM zu stärken. Sie war in den Kick-off eines Research Seminars des TUM SEED Centers eingebettet, in dessen Rahmen Forschende aus dem Globalen Süden zwei Wochen an der TUM verbrachten, um gemeinsam an interdisziplinären Fragestellungen zu arbeiten und ihre Projekte weiterzuentwickeln.
Bei der Podiumsdiskussion kamen erstmalig Austauschstudierende aus dem Globalen Norden und dem Globalen Süden zusammen, um Erfahrungen auszutauschen, Perspektiven zu teilen und internationale Netzwerke aufzubauen.
Prof. Frank-Martin Belz, Direktor des TUM SEED Centers, begrüßte die rund 50 Teilnehmenden herzlich und betonte in seiner Ansprache die gesellschaftliche Verantwortung der TUM:
„Als öffentliche Universität tragen wir Verantwortung. Wir wollen zur globalen Entwicklung beitragen, indem wir interdisziplinäre Forschung betreiben und gesellschaftlich relevante Lösungen nachhaltig erarbeiten.“
Gemeinsame Forschung für globale Herausforderungen
Teilnehmende der Podiumsdiskussion waren Dr. Alessia Argiolas und Manikanta Radhakrishna vom TUM SEED Center, Sally Raduk (JKUAT SEED Center, Kenia), Nitin Akhade (SEED Fellow und Director CES India) sowie Dr. Francis Mujjuni (MAK SEED Center, Uganda). Die Panelgäste stellten ihre Forschungsthemen, methodischen Ansätze und Lösungsstrategien vor und berichteten offen über Herausforderungen im Forschungsprozess. Ein besonderer Fokus lag auf der Frage, wie wissenschaftliche Erkenntnisse langfristig zur Verbesserung von Infrastruktur, Ressourcen und Lebensbedingungen in den jeweiligen Regionen beitragen können.
Prof. Belz erläuterte, dass viele Stipendiatinnen und Stipendiaten des SEED-Netzwerks aus ländlichen Regionen stammen, in denen grundlegende Versorgungsstrukturen nur eingeschränkt vorhanden sind. Diese Erfahrungen motivierten sie, ihre Forschungsprojekte gezielt auf die Lösung lokaler Herausforderungen und die Stärkung nachhaltiger Infrastrukturen auszurichten.
Sally Raduk, Masterstudentin an der Jomo Kenyatta University of Agriculture and Technology (JKUAT) in Kenia, berichtete von ihren persönlichen Erfahrungen im internationalen Austausch. Sie arbeitet als studentische Hilfskraft am JKUAT SEED Center und absolviert derzeit ein Auslandssemester an der TUM im Rahmen des TUMexchange-Programms. Der Austausch mit Studierenden und Forschenden aus verschiedenen Ländern habe einen großen Einfluss auf ihre Forschung und ihre persönliche Entwicklung. Den anfänglichen Kulturschock nach ihrer Ankunft in München beschreibt sie als wichtige Lernerfahrung, die sie darin bestärkt habe, neue Perspektiven einzunehmen und die Zeit gezielt für ihre fachlichen Interessen zu nutzen.
„Forschung bedeutet für mich Zusammenarbeit auf gesellschaftlicher Ebene“, so Sally Raduk. „Die internationale Erfahrung erweitert sowohl mein Forschungsthema als auch meine Perspektive. So können wir gemeinsam Lösungen entwickeln und weltweit positive Veränderungen anstoßen.“
Künstliche Intelligenz und Nachhaltigkeit: Globale Herausforderungen im Fokus
„Wie beeinflusst der wachsende Einsatz künstlicher Intelligenz nachhaltige, unternehmerische und gesellschaftliche Lösungsansätze?“ Mit dieser Frage wandte sich ein Masterstudent aus Burkina Faso direkt an das Panel. Prof. Belz und Dr. Mujjuni bezeichneten dies als eine der zentralen Fragen unserer Zeit. Digitalisierung und Nachhaltigkeit seien zwei der größten globalen Herausforderungen, die eng miteinander verbunden gedacht werden müssten.
„Künstliche Intelligenz verändert Geschäftsmodelle und erhöht den Bedarf an effizientem und umweltfreundlichem Handeln“, erklärte Prof. Belz. „Wir müssen diese Entwicklungen aktiv gestalten, investieren und Verantwortung übernehmen.“
Die Diskussion zeigte klar, dass aktuelle technologische Entwicklungen wie künstliche Intelligenz eng mit gesellschaftlicher Verantwortung und nachhaltiger Entwicklung verbunden sind. Sie verdeutlichte, wie wichtig internationale Zusammenarbeit und der Austausch von Erfahrungen und Perspektiven sind, um Lösungen zu entwickeln, die langfristig Wirkung entfalten.
TUM Sustainability Day 2026
Weitere Einblicke in nachhaltige Zusammenarbeit mit dem Globalen Süden sowie internationale Austauschmöglichkeiten bietet der TUM Sustainability Day am 29. April 2026 in Garching.
Interessierte können Vertreterinnen und Vertreter des TUM Global & Alumni Office sowie des TUM SEED Centers an ihren Ständen besuchen und zudem an den vielfältigen Programmpunkten der über 150 Initiativen aus allen Bereichen der Nachhaltigkeit an der TUM teilnehmen.








