TUM Beijing Insights

Doppel-Exzellenz-Programm chinesischer Hochschulen – alle TUM-Partner ausgezeichnet

29. Juli 2021

Das QS World University Ranking hat die TUM zum achten Mal in Folge als beste Universität Deutschlands bewertet. Weltweit zählt sie auf Platz 49 zu den 50 besten Hochschulen. Unter den Top 50 finden sich auch zahlreiche internationale Partneruniversitäten der TUM wieder. Die beiden chinesischen Spitzenhochschulen Peking-Universität sowie Tsinghua – einer unserer Flaggschiff-Partner – liegen im im QS-Ranking auf den Plätzen 12 und 14. Ebenfalls in den Top 50: die langjährigen TUM-Partner Zhejiang University und Shanghai Jiao Tong University.

Auf nationaler Ebene wurden alle Partneruniversitäten der TUM in China 2022 erneut für das Doppel-Exzellenz-Programm ausgewählt. Dieses Elite-Förderprogramm für chinesische Hochschulen ermöglicht den Universitäten besondere Vorzüge für Studium und Forschung.

Das Doppel-Exzellenz-Programm ähnelt der Exzellenzinitiative in Deutschland insofern, als dass eines der Ziele des Programms darin besteht, die universitäre Spitzenforschung zu fördern und ihre globale Wettbewerbsfähigkeit zu verbessern.

Doppel-Exzellenz-Programm: Absoluter Fokus auf Innovationen und Erfolge

Das chinesische Bildungsministerium veröffentlichte die Ergebnisse der zweiten Runde des Doppel-Exzellenz-Programms im Februar. Die Auswahl beinhaltet 147 Universitäten mit 59 Grundlagenfächern wie Mathematik, Physik, Chemie und Biologie, 180 ingenieurwissenschaftlichen Fächern und 92 philosophischen und sozialwissenschaftlichen Fächern. 

Die aktuelle Runde des Doppel-Exzellenz-Programms unterscheidet sich in vielen Punkten von der Initiationsphase des Programms in den Jahren 2017 bis 2021. So wird beispielweise nicht mehr zwischen erstklassigen Universitäten und Universitäten mit erstklassigen Disziplinen unterschieden.

Seitens des Bildungsministeriums wurde der Schritt damit begründet, dass die neue Phase des Doppel-Exzellenz-Programms „Universitäten dazu anleiten soll, sich auf Innovationen in relevanten Bereichen zu konzentrieren und wesentliche Durchbrüche zu erzielen“.

Strategische Partner der TUM erhalten besonderen Status

In der aktuellen Runde des Doppel-Exzellenz-Programms haben sowohl die Peking- als auch die Tsinghua-Universität aufgrund ihrer herausragenden Leistungen einen besonderen autonomen Status erhalten, der die flexible Verteilung der Fördermittel über alle Fachdisziplinen hinweg ermöglicht. Tsinghua und die Peking-Universität sind beides strategische Partner der TUM.

Beispielhafte Partnerschaften mit Peking-Universität und Tsinghua

TUM und die Peking-Universität arbeiten seit vielen Jahren unter anderem in der Magenkrebsforschung intensiv zusammen. Im Oktober 2018 richteten die Partner die gemeinsame Forschungspräsenz PYLOTUM in Peking ein. Das PYLOTUM ist ein vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördertes Leuchtturmprojekt und ein wichtiger Meilenstein in der mehr als zehnjährigen erfolgreichen Zusammenarbeit zwischen der TUM und dem Peking University Health Science Center. 

„Es ist das einzige Labor in der biomedizinischen Forschung unter insgesamt nur acht genehmigten chinesisch-deutschen Projekten“, erklärt Kai-feng Pan, Leiterin des PYLOTUM auf chinesischer Seite, die 2020 von TUM-Präsident Thomas F. Hofmann als TUM Ambassador ausgezeichnet wurde. „Wir sehen das Labor nicht nur als Denkfabrik für Experten, sondern auch als Ausbildungszentrum für junge Ärzte und Wissenschaftlerinnen.“

Mit der Tsinghua-Universität schloss die TUM im Oktober 2020 eine Flaggschiff-Partnerschaft ab, um die gegenseitigen Interessen zu fördern und weitere Kooperationen – insbesondere mit der Tsinghua Shenzhen International Graduate School (Tsinghua SIGS) im Innovationszentrum Shenzhen im Südosten Chinas – anzuregen. Seit Unterzeichnung des Memorandum of Understanding verfolgen beide Universitäten neue Ideen für die Zusammenarbeit in den Flaggschiff-Schwerpunktfeldern Entrepreneurship, lebenslanges Lernen und im Bereich der Bildung.

Sich auf seinen Lorbeeren ausruhen ist nicht mehr möglich

Eine weitere radikale Neuerung des Doppel-Exzellenz-Programms: Seit dieser Runde besteht nun erstmals die Möglichkeit, dass Universitäten wieder aus dem Programm ausgeschlossen werden können. Sechzehn Fächer an fünfzehn Universitäten wurden vor diesem Hintergrund verwarnt. Sie sind noch nicht aus dem Programm ausgeschieden, werden aber im nächsten Jahr einer erneuten Bewertung unterzogen.

Es ist erste Mal, dass in einem Förderprogramm für chinesische Universitäten ein Ausstiegsmechanismus ausdrücklich vorgeschlagen wird. In entsprechenden Berichten hieß es, dass die Bewertungsergebnisse dieser Universitäten nicht ganz den Erwartungen entsprachen. Im Vergleich zu ähnlichen geförderten Fächern an anderen Universitäten seien ihr allgemeines Entwicklungsniveau, die Fähigkeit zur nachhaltigen Entwicklung und die Wachstumsverbesserung relativ rückständig. Die meisten der betroffenen Universitäten befinden sich in den wirtschaftlich schwächeren westlichen oder zentralen Regionen und stehen vor dem Dilemma, dass sie hervorragende Talente verlieren.

Stärkung der internationalen Zusammenarbeit und des Austauschs

Ein weiterer Entwicklungsschwerpunkt, der in der zweiten Runde des Doppel-Exzellenz-Programms vorgeschlagen wurde, ist die Stärkung der internationalen Zusammenarbeit und des Austauschs zwischen den Hochschulen.

In den letzten zwei Jahren wurden internationale Hochschulkooperationen und der Austausch zwischen chinesischen und deutschen Studierenden und Wissenschaftler:innen aufgrund der stark eingeschränkten Reisemöglichkeiten in China überwiegend auf Online-Formate beschränkt.

Die Aufnahme dieses Punktes zeigt, dass die internationale Zusammenarbeit zwischen Universitäten an den besten chinesischen Universitäten weiterhin eine wichtige Rolle spielen soll. 

Die TUM hat China seit der ersten Runde der Exzellenzinitiative als strategisch wichtiges Partnerland definiert und in 2011 in Peking ihr erstes internationales Verbindungsbüro, TUM Beijing, etabliert. Für weitere Informationen über die Zusammenarbeit der TUM mit chinesischen Universitäten wenden Sie sich bitte an TUM Beijing Liaison Officer Zhenshan Jin.