TUM Brussels Insights

Die neue EU-Kommission und die Universitäten: Gemeinsam mehr für Europa erreichen

3. Februar 2020

Am 1. Dezember 2019 hat die neue Europäische Kommission unter Präsidentin Ursula von der Leyen (Deutschland) ihre Arbeit aufgenommen. Unter dem Titel ‚Eine Union, die mehr erreichen will‘ haben Von der Leyen und 26 Kommissare aus allen EU-Mitgliedsstaaten ihre Aufgaben für die kommenden fünf Jahre begonnen. Insgesamt sechs Prioritäten sollen der Arbeit als Leitmotiv dienen, aber was bedeuten diese für die Zukunft der Europäische Forschungs- und Universitätslandschaft?

Neben dem ‚Europäischen Green Deal‘, ‚Eine Wirtschaft im Dienste der Menschen‘ und ‚Ein Europa für das digitale Zeitalter‘ stellt die neue Kommission auch die ‚Förderung der europäischen Lebensweise‘, ‚Ein stärkeres Europa in der Welt‘ und ‚Neuen Schwung für die Demokratie in Europa‘ ins Zentrum ihrer Arbeit.

Das Wissensdreieck zukünftig in einer Hand 

Sieht man sich die Prioritäten der Von-der-Leyen-Kommission an, stechen einem vor allem zwei Prioritäten ins Auge, die für die Forschungslandschaft in Europa von besonderem Interesse sein werden. Mit dem ‚Europäischen Green Deal‘ will die Kommission Maßnahmen ergreifen, um bis 2050 Europa in einen klimaneutralen Kontinent zu verwandeln. Hierzu will die Kommission Umweltverschmutzung eindämmen, saubere Produkte und Technologien entwickeln, die Kreislaufwirtschaft stärken und Gebäude und Mobilität dekarbonisieren. Im Mittelpunkt von ‚Ein Europa im digitalen Zeitalter‘ stehen der Datenschutz, besserer Zugang zu Waren und Dienstleistungen und die optimalen Rahmenbedingungen für digitale Netze und Services.

Um diese Themen mit neuen wissenschaftlichen Ideen zu befeuern, wird das zukünftige europäische Rahmenprogramm für Forschung und Innovation (Horizont Europa) eine Schlüsselrolle spielen. Hier werden die Prioritäten der Kommission in Ausschreibungen für wissenschaftliche Projekte verwandelt. Damit in Zukunft Forschung, Innovation und Bildung Hand in Hand gehen und noch effizienter ineinandergreifen, werden in den nächsten fünf Jahren Themen des gesamten Wissensdreiecks aus einer Hand gesteuert: Mariya Gabriel (Bulgarien) ist neue Kommissarin für Innovation, Forschung, Kultur, Bildung und Jugend. In dieser Aufgabe wird sie nicht nur für Horizont Europa, sondern auch für die zukünftige Erasmus-Generation verantwortlich sein.

EuroTech: Eine Allianz, die in Europa mehr erreichen will

Seit 2015 hat die EuroTech Universities Alliance (DTU, EPFL, L’X, TU/e, Technion und TUM) ihre Kooperation in schnell entwickelnden Forschungs- und Innovationsbereichen verankert. Diese Felder, in denen sich die Partner sowohl in Bildung wie auch Forschung hervorragend ergänzen, sind für die europäische Industrie von hoher Relevanz. Hier liegt das Potential für Lösungen der großen gesellschaftlichen Herausforderungen unseres Jahrhunderts. Die EuroTech-Universitäten verbinden exzellente Talente mit einzigartigen Lern- und Forschungsumgebungen und bauen dynamische, interdisziplinäre Netzwerke auf, an denen sich Lehrende, Studierende und Industriepartner aktiv beteiligen.

Um ihre Wirkung zu steigern, haben die Präsidenten der sechs Partneruniversitäten im Sommer 2019 gemeinsam neue Schwerpunkte für ihre Zusammenarbeit festgelegt: Nachhaltige Gesellschaft, Künstliche Intelligenz für technische Systeme und Additive Fertigung. Diese neuen Felder mit einem starken Nachhaltigkeitsfokus werden die erfolgreichen bestehenden Fokusbereiche Gesundheit & Bioengineering sowie Innovation & Unternehmertum ergänzen.

Die TUM untersucht Lösungen für Europas große Herausforderungen
In der Agenda 2030, dem Zukunftskonzept der TUM – Gründungsmitglied der EuroTech Universities Alliance –, sind unterschiedliche Schwerpunkthemen und Umstrukturierungen festgesetzt, die die TUM zukünftig in eine hervorragende Position bringt, um gemeinsam mit ihre starken Partnern agil und effizient auf moderne Fragestellungen zu antworten.

Mit der Handlungsagenda TUM.Additive initiiert die TUM einen umfassenden Forschungsschwerpunkt zur Additiven Fertigung. Gemeinsam mit High-Tech-Partnern aus der Wirtschaft gründet die TUM das ‚Bavarian Additive Manufacturing Cluster‘ mit dem Ziel, Bayern als führende Wirtschaftsregion für digitale Fertigungstechnologien zu etablieren. Informatik, Robotik und Maschinelle Intelligenz sind ebenfalls zentrale Forschungsbereiche an der TUM. Zahlreiche herausragende Wissenschaftler*innen forschen an der 2017 gegründeten Munich School of Robotics and Machine Intelligence (MSRM). Darüber hinaus gründete die TUM 2019 ein neues Forschungsinstitut für Ethik in der Künstlichen Intelligenz. Der Campus Straubing für Biotechnologie und Nachhaltigkeit ist eines von fünf integrativen Forschungszentren der TUM. Forschung und Lehre des Zentrums konzentrieren sich auf nachwachsende Rohstoffe, Biotechnologie und Bioökonomie. Hierzu werden fakultätsübergreifende Studiengänge eingerichtet, die es bundesweit nur an der TUM in Straubing gibt.

Fazit: EuroTech ist bestens für gemeinsame Ziele aufgestellt

Forscher an der TUM sind mit ihren Themenschwerpunkten und Zentren bestens aufgestellt, um Lösungen für die Prioritäten der neuen EU-Kommission sowie die großen gesellschaftlichen Herausforderungen in Europa zu erarbeiten. Gemeinsam mit den Partnern der EuroTech Universities Alliance und den neu definierten Schwerpunktfeldern der Allianz ist die TUM in einer herausragenden Position um Hand in Hand mit den politischen Vorgaben etwas für Europa erreichen zu können. Gemeinsam werden exzellente Wissenschaftler aller sechs Partner neue Technologien in den Zukunftsfeldern entwickeln. Zu diesem Zweck lanciert das Brüsseler Verbindungsbüro der Allianz immer wieder Workshops, um Kooperationen zu verschiedenen Themen anzuschieben. Daneben garantiert eine gemeinsame Dependance in Europas Hauptstadt, dass die TUM im ständigen Austausch mit der EU und ihrer neuen Kommission steht.

Quellen: